AutomatedTrain: Gemeinsam in die Zukunft des digitalen Bahnbetriebs
Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt AutomatedTrain, das im Rahmen der Sektorinitiative Digitale Schiene Deutschland von der DB InfraGO vorangetrieben wird, stellt Bosch Engineering zusammen mit neun Projektpartnern die Weichen für den vollautomatisierten Bahnverkehr von morgen.
Durch den Einsatz intelligenter Sensorik sollen Züge in die Lage versetzt werden, ihre Umgebung zu erkennen und selbstständig auf Hindernisse zu reagieren. Mit der Zielstellung der Erprobung vollautomatisierter Bereitstellungs- und Abstellungsfahrten sowie dem automatischen Auf- und Abrüsten von Zügen bis zum Jahr 2026 setzt AutomatedTrain wichtige Impulse in den Bahnsektor.
Bosch Engineering entwickelt im Projekt AutomatedTrain gemeinsam mit weiteren Projektpartnern ein multimodales Sensorsystem zur robusten Überwachung des Schienenfahrzeuges. Sensorik, Karten und Lokalisierung werden zur Umfeldwahrnehmung kombiniert, um so Hindernisse zuverlässig zu erkennen.
Ausstattung der Züge
Bosch Engineering stattet beide Projektfahrzeuge (Alstom BR 430 der S-Bahn Stuttgart und Mireo von Siemens Mobility) mit Radar- und Ultraschallsensoren sowie einer Multi-Purpose-Kamera für die Umfeldwahrnehmung aus.
Das Testfahrzeug der Baureihe 430 der S-Bahn Stuttgart fährt seit März 2026 im Stuttgarter S-Bahn-Netz mit der integrierten Umfeldsensorik und sammelt im Rahmen von Probefahrten Daten im realen betrieblichen Umfeld. Das Umfeldwahrnehmungssystem wird dabei im sogenannten Schattenmodus erprobt, das bedeutet, dass die elektronischen Systeme der Umfeldsensorik Daten aufzeichnen und fusionieren, jedoch nicht aktiv in die Fahrfunktionen eingreifen. Die Steuerung des Fahrzeugs erfolgt nach wie vor durch den Triebfahrzeugführenden. Auf diese Weise werden wertvolle Daten im realen betrieblichen Umfeld gesammelt, mit denen sich die Umfeldwahrnehmung, Hinderniserkennung und die Automatisierungsfunktionen weiter optimieren lassen.
Die Umsetzung auf dem Testfahrzeug BR 430 erfolgt in drei Stufen:
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Stufe 1: Einrichtung des Umfelderfassungs- und Hinderniserkennungssystems inkl. Hard- und Software auf einem statischen Mock Up im Labor für erste Tests im August 2024. -
Stufe 2: Aufbau eines dynamischen Mock Ups auf der Schiene im Testgebiet der Havelländischen Eisenbahn in Berlin-Spandau (HVLE). Es bildet den identischen Aufbau der zukünftigen Wahrnehmungs- und Lokalisierungssensorik des späteren Testfahrzeugs (BR 430) ab. Ab Oktober 2024 konnten so Objekterkennungsszenarien in der Testumgebung der HVLE getestet werden. -
Stufe 3: Nach Integration des AutomatedTrain-Systems im Fahrzeug BR 430 begannen die Testfahrten in der realen betrieblichen Umgebung zur Erprobung und Validierung der Hinderniserkennung im März 2026 im Netz der Stuttgarter S-Bahn.
Parallel wird auf dem zweiten Testfahrzeug Mireo von Siemens Mobility im Prüf- und Validationszentrum in Wegberg-Wildenrath die vollautomatisierte Bereit- und Abstellungsfahrt sowie das automatisierte Auf- und Abrüsten des Zuges getestet.
Beide Testfahrzeuge sind mit nahezu identischer Hardware, jedoch unterschiedlichen Softwarelösungen ausgestattet, sodass die Daten aus beiden Systemen miteinander verglichen werden können, um die Automatisierungslösungen weiter zu optimieren.
Know-how von Bosch Engineering
Bosch Engineering bringt umfangreiches Know-how in den Bereichen Umfeldwahrnehmung und autonomes Fahren in das Projekt ein, das sich von der Konzeption und Entwicklung über die Funktionsabsicherung bis hin zur Serienumsetzung erstreckt. Hard- und softwareseitig greift das Unternehmen dabei auch auf die hochmoderne und robuste Bosch-Sensorik aus dem Automobilbereich zurück. Gepaart mit der langjährigen Erfahrung bei der Entwicklung und Industrialisierung von Assistenzsystemen zur Umfeldwahrnehmung im Bahnumfeld entwickelt Bosch Engineering so Lösungen, die optimal auf die bahnspezifischen Einbaubedingungen, Systemverfügbarkeitsanforderungen und Sicherheitsvorgaben ausgelegt sind.
Entwicklung des Umfeldwahrnehmungssystems
Ein zentraler Aspekt der Arbeit von Bosch Engineering ist die Entwicklung des Umfeldwahrnehmungssystems für die Assistenz- und Automatisierungsanwendung sowie die Implementierung der Software zur sicheren Hinderniserkennung.
Bosch Engineering verfolgt bei der Umsetzung einen modularen und skalierbaren Ansatz. Die modulare Herangehensweise ermöglicht es, auch zukünftige und weiterführende Anforderungen an das Assistenzsystem, ohne grundlegende Anpassungen, implementieren zu können. Skalierbar bedeutet, dass Automatisierungsfunktionen zu einem frühen Zeitpunkt zunächst für niedrige Geschwindigkeiten implementiert werden, diese jedoch auf höhere Geschwindigkeiten hochgefahren werden können.
AutomatedTrain eröffnet neue Perspektiven für den Schienenverkehr
Das Kooperationsprojekt AutomatedTrain, unter der Leitung der DB InfraGO AG, bietet Bosch Engineering die Möglichkeit, gemeinsam mit starken Partnern ein zulassungsfähiges System zu entwickeln und somit die Automatisierung im Schienenverkehr entscheidend mitzugestalten und voranzutreiben. Mit AutomatedTrain sendet das Projekt entscheidende Impulse für die Weiterentwicklung des Bahnsektors und macht deutlich, wie aus technologischen Innovationen die Grundlage für serienreife Produkte und den künftigen Einsatz im operativen Betrieb entsteht. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt das Projekt mit rund 42,6 Millionen Euro.
Die Projektergebnisse werden u.a. auf der internationalen Fachmesse für Bahn- und Verkehrstechnik InnoTrans im September 2026 vorgestellt.

